Wenn Eltern sich Trennen leiden die Kinder

Ich erlebe immer wieder in meinem Praxisalltag und auch in meiner direkten Umgebung, welchen Einfluss Eltern und Familie auf Kinder haben, wie abhängig Kinder von ihrem Familiensystem und vor allem vom Geliebt werden sind und welche Auswirkungen es auf sie hat, sollten konflikthafte Beziehungen und eigene Blockaden die Großen belasten.

Im Jahr 2013 wurde jede 3. Ehe geschieden davon die Hälfte mit Kindern unter 18 Jahren. Eine Trennung ist für alle Beteiligten nicht leicht und hätte vielleicht bei rechtzeitiger Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe verhindert oder zu einer gemeinsamen Entscheidung werden können. Besonders aber für die betroffenen Kinder entsteht eine neue und beängstigende Situation. Es ist nachgewiesen, dass Kinder glauben, sie wären nicht lieb genug gewesen und somit Schuld an der Trennung.  Trotzdem ist es wichtig, die Entscheidung für eine Trennung nicht aus Liebe zu den Kindern aufzuschieben oder zu unterlassen. Die Last, die dem Kind damit aufgebürdet wird, ist nicht leichter als die Trennung selber. Zum einen ist es also wesentlich dem Kind zu vermitteln, dass die Trennung nichts mit ihm zu tun hat. Zum anderen sollten die Eltern sich bewusst machen, dass die gemeinsame Elternschaft mit der Trennung nicht aufhört und sollten für ein achtungsvolles Miteinander sorgen. Die Kinder spüren dann, dass sie beide Eltern zu gleichen Teilen lieb haben dürfen und können sich entspannen.

Was aber, wenn da, wo einmal Liebe war plötzlich Hass,  eigene Verlassenheitsgefühle und Versorgungsängste den Alltag bestimmen, Unwahrheiten über den anderen verbreitet werden, einer sich aus der Verantwortung ziehen möchte oder sogar Gewalt im Spiel ist? Selbst wenn die Eltern versuchen, die Kinder aus dem Streit herauszuhalten, spüren diese die Spannungen und unbewussten Haltungen der Eltern. Die Kinder haben dann oft das Gefühl, sich entscheiden oder den Schwächeren beschützen zu müssen. Wenn ein Elternteil oder sogar beide den anderen ablehnen, nicht achten oder sogar wünschten, er wäre tot, fühlt auch das Kind diesen Teil in sich abgelehnt. Als Folgen dieser Überforderung können Unsicherheit, Rückzug, wieder Einnässen, Konzentrationsschwierigkeiten, schwieriges Verhalten, psychosomatische Erkrankungen und Ängste bis hin zu aggressivem Verhalten bei den Kindern auftauchen. So ist es nicht verwunderlich, dass aus Sicht der Familienaufstellungsarbeit die Kinder zu dem Elternteil gehören, das den anderen mehr achten kann. Hier wird deutlich, wie wichtig es also ist, dass die Eltern die Trennung und deren Ursachen aufarbeiten und lernen, ihren Teil der Verantwortung daran zu übernehmen sowie in eine möglichst positive innere Haltung dem Ex-Partner gegenüber zu kommen. Dieser Prozess ist sicher nicht leicht und braucht neben Zeit auch oft therapeutische Unterstützung. Für den eigenen inneren Frieden und für die Gesundheit der Kinder lohnt sich dieser Weg aber auf jeden Fall!

Quellen: Thomas Schäfer: Wie aus Leiden wieder Liebe wird: Mann und Frau aus Sicht des Familien-Stellens; Focus Online

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Stimmungstief / Depressionen

Kennen Sie diesen Gemütszustand? Sie sind traurig, unglücklich oder einsam, fühlen sich zunehmend erschöpft, ausgelaugt und leer, finden keine Freude mehr an Tätigkeiten, die Ihnen sonst viel Spaß bereitet haben?

Vorübergehend sind Gefühle wie Traurigkeit, Verstimmung, Lustlosigkeit oder schlechte Laune völlig normal und menschlich. Wenn diese aber dauerhaft bestehen, bedarf es oft Hilfe, aus diesem Zustand wieder herauszukommen. Die Ursachen für Stimmungstiefs können z. B. Beziehungsprobleme, Trauer, Arbeitsplatzverlust, Probleme am Arbeitsplatz, Schulden oder Sucht sein.